Interview mit Frau A. E. Eiserlo

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von Yannik Heße, Johanna Schwablowski


Wie sind Sie auf den Titel „Die vier Elemente“ gekommen?

Da die vier Hauptpersonen jeweils eine magische Fähigkeit besitzen: Feuer, Wasser, Luft und Erde.

 

Warum haben Sie noch ein Buch geschrieben?

Da die Handlung im ersten Buch nicht abgeschlossen ist und da mir immer noch mehr einfällt, was ich dazu schreiben kann.

 

Wie lange hat es gedauert bis das zweite Buch fertig war?

Insgesamt zwei Jahre. Ein Jahr, um das Buch zu schreiben und das andere für die Überarbeitung.

 

Welcher Teil war schwieriger zu schreiben?

Auf jeden Fall der erste Band. Da man zuerst alle Personen und die Charaktere erfinden muss.

 

Außer Lesungen bieten Sie auch Workshops an. Für welche Altersklassen und mit

welchen Inhalten?

In der Grundschule liegt der Schwerpunkt auf einzelnen Wortgruppen und ich möchte, dass die Schüler ein Gespür für die Vielfältigkeit der Sprache entwickeln. Bei den älteren Schülern bietet sich ein Brainstorming an, um die Fantasie anzustupsen, damit sie sich frei entfalten kann.

 

Wissen Sie vor dem Schreiben bereits, wie Ihre Geschichte endet oder entwickelt

sich die Handlung erst während des Schreibens?

Der Anfang und das Ende stehen immer fest. Beim Rest existieren zunächst nur grobe

Handlungsstränge, die sich erst im Lauf der Geschichte detailliert entwickeln.

 

Wie viele Exemplare Ihres ersten Buches haben Sie verkauft?

Alleine in der Grefrather Buchhandlung habe ich über 250 Exemplar verkauft.

 

Welche Ihrer Romanfiguren ist Ihr Lieblingscharakter und weshalb?

John, den erst ist weise, romantisch, naturliebend, denkt über andere Menschen nach, ist ein Held, männlich und kein Weichei.

 

Warum schreiben Sie? Was treibt Sie an?

Schreiben ist meine Leidenschaft, die Geschichten schwirren einfach so in meinen Kopf hinein und ich muss sie niederschreiben. Ich liebe Bücher und Kinder und als Autorin kann ich beides miteinander verbinden. Schreiben macht mich

glücklich.

 

Was inspiriert Sie?

Alles. Manchmal ist es nur ein Satz, der mich zu einer Szene inspiriert. Ein Lied oder ein Geruch, ein Gesprächsfetzen, ein Bild oder ein Name können der Auslöser für einen Handlungsstrang sein. Manchmal haben meine Kinder eine Idee oder beschreiben mir ein Wesen, das in meinem Kopf zu einer Figur heranwächst. Mein Kopf ist immer auf Empfang und Kleinigkeiten können dazu führen, dass eine komplette Szene in meinem Kopf entsteht.

 

Schreiben Sie chronologisch?

Nein, ich habe ein grobes Handlungsschema und dazu fallen mir unterschiedliche Szenen ein, die ich erst einmal in den Computer tippe und später zusammenbaue. Manchmal entwickeln meine Figuren sogar ein Eigenleben, dass ich so nicht geplant hatte. Allerdings gibt es auch Szenen oder Wendungen, die ich schon im ersten Band plane und vorbereite, die aber erst in einem späteren Band zum Einsatz kommen.

 

Arbeiten alle Autoren so?

Antwort: Nein, manche haben ihre Geschichte komplett durchstrukturiert und im Vorfeld jedes Detail bedacht. Einige schreiben vorab zu jedem Kapitel schon eine Zusammenfassung. Jeder Autor arbeitet da anders.

 

Wieviel und was lesen Sie?

Ich lese parallel immer mehrere Bücher und Zeitschriften und sobald sich die Gelegenheit ergibt, sei es beim Zähne putzen oder warten auf meine Kinder, die  ich vom Sport abhole. Besonders gerne mag ich Fantasybücher, aber auch  Geschichten, die in der realen Welt spielen oder Klassiker. Ich interessiere mich für fast alles, sei es nun das Weltall oder Gentechnik, Ernährung

oder spirituelle Themen. Für meine Recherche lese ich ebenfalls, ob über Wein, Indianer oder Kräuter. Zurzeit beschäftige ich mich für meinen dritten Band mit Bloodhounds und Mantrailing, da beides darin eine Rolle spielt.Ohne Bücher bin ich unglücklich, Schreiben und Lesen ist wie eine Sucht für mich. Das war schon immer so, selbst als Kind hatte ich ständig ein Buch in der Hand und habe erste Geschichten verfasst.

 

Wie viele Bände wird es von der Fanrea - Reihe geben?

Mindestens vier, vielleicht auch fünf. Der erste Band hat viele Anhänger gefunden und es macht mir Spaß, mich mit meinen kleinen und großen Lesern über die Geschichte auszutauschen.

Der zweite Band baut direkt auf den ersten auf und beginnt mit dem Urlaub von Ben und Emma in Frankreich, wo sie auf John und Nala treffen.Der Titel des Folgebandes steht schon fest und wird „Die Jagd“ heißen. Zur Hälfte habe ich ihn schon aufgeschrieben und er wird Ende 2016 erscheinen.

 

Worum geht es in der Fanrea-Reihe?

Es geht um Freundschaft, Mut, Vertrauen, Liebe und Weiterentwicklung der Persönlichkeit, um die Einheit von Körper, Geist und Seele. Die Handlung wird getragen von Spannung, Abenteuer und Gefahren, die gemeistert werden wollen, aber auch Humor. Der Leser soll mitfiebern, leiden und lachen.

 

Welchem Genre würden Sie Fanrea zuordnen und wer sind Ihre Leser?

Fanrea gehört einerseits zur Fantasyliteratur, andererseits würde ich es auch als modernen Märchen-Roman bezeichnen. Ursprünglich von mir angedacht war die Zielgruppe ab zwölf Jahren, aber überraschenderweise lesen auch jüngere Kinder meine Bücher und vor allem Erwachsene. Viele Viertklässler sind Fans von Fanrea  geworden, Eltern sowie Großeltern sind über das Vorlesen auf das Buch gestoßen und nun ebenfalls begeistert von der Geschichte. Es freut mich sehr, dass meine Leser so unterschiedlich sind und jeder etwas anderes an dem Roman mag.

 

Was fasziniert Sie an dem Genre Fantasy?

Im Leben gibt es so viele Begrenzungen, die uns Menschen einengen, die ich im Bereich Fantasy sprengen kann. Da ist alles möglich und das bedeutet Freiheit für mich. Die Freiheit, Träume wahr werden zu lassen und jegliche Beschränkungen zu ignorieren. Keine Gesetze, keine Schwerkraft, keine Grenzen, meine Fantasie kann sich austoben.  Zudem faszinieren mich diese anderen Welten und die darin lebenden Figuren, es macht Spaß, sich vom Alltäglichen zu lösen und neue Welten zu erschaffen, in die ich vieles von dem einfließen lassen kann, was mir etwas bedeutet. Hier, in unserer Welt kann ich kaum etwas verändern, andere Welten kann ich gestalten, wie ich es will.

 

Wie recherchieren Sie?

Ich besitze Unmengen von Büchern und auch Zeitschriften wie PM, Geo, Happinez, aus denen ich mein Wissen entnehme. Zudem recherchiere ich im Internet oder schöpfe aus meinen Erfahrungen und Erlebnissen. Manchmal reise ich auch zu einem der Orte, die ich beschreibe. Letztens war ich zum Beispiel in Paris, um die

Szenen für Sidney zu untermauern.

 

Hilft Ihnen jemand beim Schreiben?

Meine Lektorin Ilka Sommer tauscht sich intensiv mit mir aus, sie kritisiert den Text, findet Logikfehler, feilt mit mir zusammen an Figuren und kürzt gnadenlos.Beim Cover werde ich von Eva Hagen unterstützt, ich gebe ihr die verschiedenen Bilder, bespreche mich mit ihr, sie macht Vorschläge und setzt dann die Einzelteile kunstvoll zusammen.

Meine Testleser sind sehr wichtig für mich und sie kritisieren sehr ehrlich, ihre Ideen und Anmerkungen bringen das Buch weiter und ich bin froh, dass sie mir helfen, die Handlung zu verbessern.

 

Wie entwickeln Sie ihre Figuren?

Ich denke sehr intensiv über die einzelnen Charaktere nach und überlege mir genau, wie sie in welcher Situation reagieren würden, wie sie reden, denken, handeln, fühlen. Die Figuren und die Geschichten werden zu einem Teil meines Lebens, weil sie fast ständig präsent sind. Es ist wichtig, dass die Figuren sich treu bleiben und ihrem Charakter entsprechend verhalten, es sei denn, sie sind in sich zerrissen, wie zum Beispiel Bosrak. Seine Handlungen sind nicht vorhersehbar, weil er immer wieder Dinge tut, die er selbst nicht versteht, aber genau das ist wiederum charakteristisch für seine Person. Der Leser muss wissen, wie die einzelnen Personen ticken und er erlebt ihre Entwicklung mit, dennoch muss der Grundcharakter durchgehend erhalten bleiben.

 

Welche Szenen schreiben Sie am liebsten?

Da ich ein friedlicher und ausgeglichener Mensch bin, mag ich am liebsten harmonische oder witzige Szenen, aber die meisten Leser möchten Spannung und Action. Nur aus Frieden und Romantik besteht das Leben leider nicht und meine Geschichte lebt vom Spannungsbogen. Gefahr, Tod, Ängste und wie gehen die Helden damit um, wie retten sie einander und wie schaffen sie es, sich aus scheinbar aussichtslosen Situationen zu befreien und nie die Hoffnung zu verlieren?

 

Haben Sie noch einen Ratschlag für unsere Leser?

Folgt euren Neigungen sowie eurem Herzen und lasst euch nicht nur von der Vernunft leiten, besonders, wenn ihr euch für einen Beruf entscheidet. Hört überhaupt mehr auf euer Bauchgefühl und lasst euch nicht immer nur vom Kopf steuern. Und zuletzt: Lest Bücher, habt am besten, genau wie ich, immer eines in der Tasche, damit auch ihr eurer Fantasie Flügel verleihen könnt.

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